Doppelter Paukenschlag für den Klimaschutz im Hohenlohekreis

Das Klima-Zentrum organisiert kostenlose Erstberatung für alle Bürger. Die Kommunen sollen von besseren Förderbedingungen bei der Wärmeplanung aus erneuerbaren Energien profitieren.

 

Hohenlohekreis: Das neue Klima-Zentrum des Kreises präsentiert

bereits erste Erfolge,nachdem es im April seine Arbeit aufgenommen hat. In nur wenigen Wochen ist es gelungen, ein Netzwerk an Energieberatern für die kostenlose Erstberatung aller Bürgerinnen und Bürger aufzubauen. Und auch die Kommunen profitieren: Ein attraktives baden-württembergisches Förderprogramm unterstützt die freiwillige kommunale Wärmeplanung.

Neuer Schwung für den Klimaschutz im Hohenlohekreis: „Dem Team des Klima-Zentrums ist es gelungen, alle zertifizierten Energieberater im Hohenlohekreis an einen Tisch zu holen“, freut sich der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Sebastian Damm, dem das neue Klima-Zentrum organisatorisch zugeordnet ist. „Das Ergebnis ist ein absoluter Knaller: Die Energieberater sind bereit, allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Hohenlohekreis eine kostenlose Energie-Erstberatung anzubieten“, so Damm. Das Netzwerk war bereits 2011 von der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) und der Energieagentur Hohenlohekreis gegründet worden. Es war jedoch in den vergangenen Jahren weitgehend inaktiv. Der Beratungsbedarf sei aktuell aufgrund der rasant steigenden Energiekosten riesig, so Damm. Eine unabhängige Energieberatung erfreue sich daher einer sehr großen Nachfrage. 

Das Angebot einer kostenlosen und unabhängigen Erstberatung soll jetzt schnell verfügbar sein. Hierbei geht es um die ersten grundsätzlichen Fragen, was Zuhause überhaupt möglich und sinnvoll ist. „Um keine Zeit zu verlieren, nehmen wir aktuell Kontakt zu allen Bürgermeistern im Kreis auf“, so der Leiter des Klima-Zentrums Joachim Schröder. Er setzt dabei auf kurze Wege und die direkte Zusammenarbeit mit den Kommunen: Die Rathäuser dienen als Anlaufpunkt für die Energieberatungen. So hatten Städte und Gemeinden im Kreis bereits in der Vergangenheit kostenlos Räumlichkeiten bereitgestellt und so mitgeholfen, energetische Sanierungen im privaten Umfeld auf den Weg zu bringen. Das Ziel des Klima-Zentrums ist es jetzt, ab Juli in allen Städten und Gemeinden des Hohenlohekreises eine kostenlose Energie-Erstberatung anbieten zu können. „Die ersten Gemeinden sind bereits in die Planung eingestiegen“, weiß Schröder zu berichten.

„Wir haben sofort gesagt, da machen wir mit“, so der Forchtenberger Rathauschef Michael Foss. Die steigenden Energiekosten treibe viele Bürgerinnen und Bürger derzeit um. Hier Antworten geben zu können und einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten, habe mittlerweile auch aufgrund der Folgen des Krieges in der Ukraine oberste Priorität. Ab Juli will die Stadt Forchtenberg einen Raum für die Energie-Erstberatung zur Verfügung stellen.

Wenn die neuen Mitarbeiter des Klima-Zentrums ihre Antrittsbesuche bei den Bürgermeistern im Kreis machen, haben Joachim Schröder und seine Kollegin Janina Schüßler ein ganzes Klimaschutz-Sofortpaket in der Tasche. Neben dem Erstberatungsangebot wollen die beiden auch für die freiwillige kommunale Wärmeplanung trommeln. Hier winkt ein attraktives baden-württembergisches Förderprogramm. Im Idealfall untersuchen dabei alle Kommunen ihre Potenziale für Nahwärmeprojekte. Für die Planungen übernimmt das Land dann bis zu 80 Prozent der Kosten. „Wenn wir es schaffen, dass wir im Hohenlohelohekreis mit mehreren Städten und Gemeinden einen sogenannten Konvoi bilden, dann legt das Land sogar nochmal einen Fördermittelbonus drauf“, so Joachim Schröder. 

„Bei der kommunalen Wärmeplanung gilt es, die Gelegenheit sprichwörtlich beim Schopfe zu packen“, unterstreicht Sebastian Damm. Die Förderbedingungen seien höchst attraktiv und es würden zudem viele Projektideen aufgezeigt. „Geplant ist, das Förderprogramm noch in diesem Jahr allen Gemeinderäten des Hohenlohekreises vorzustellen.“

„Mit vier Bioenergiedörfern hat der Hohenlohekreis längst bewiesen, dass Nahwärmeprojekte auch in ländlich geprägten Regionen eine echte Zukunftsinvestition sind“, bekräftigt der langjährige Dezernent für den Ländlichen Raum Dr. Wolfgang Eißen. Er übernimmt künftig den Vorsitz des Klimabeirats für den Hohenlohekreis. „In dieser Funktion freut es mich besonders, dass das neue Klima-Zentrum bereits nach so kurzer Zeit diese wirklich beachtlichen Projekte auf die Beine gestellt hat.“

Klimaschutz-Sofortprogramm des Hohenlohekreises
Mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm setzt das Klima-Zentrum auf ein neues Service-Angebot mit kurzen Wegen und Mehrwert für Privatpersonen und Kommunen im Hohenlohekreis. Die kostenlose und neutrale Erstberatung rund um das Thema Energie für Bürgerinnen und Bürger hat eine Dauer von rund 30 Minuten. Sie umfasst Informationen zu Energieeinsparung, Gebäudesanierung, Heizungstausch, erneuerbare Energien und Hinweise zu Förderprogrammen. Mit dem Ausbau kommunaler Wärmenetze gewinnen Kommunen an Attraktivität. Sie machen Ihre Einwohner unter anderem unabhängig von Energie-Importen und fossilen Brennstoffen. Gleichzeitig werden automatisch neue gesetzliche Anforderungen erfüllt.

2022 06 01 Klimaschutz Sofortpaket

Bildunterschrift: In Sachen Klimaschutz gibt es im Hohenlohekreis noch viel zu tun. Gemeinsam packen (v.l.n.r.) der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis, Sebastian Damm, Joachim Schröder und Janina Schüßler vom Klima-Zentrum sowie Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss und Dr. Wolfgang Eißen, designierter Vorsitzender des Klimabeirats im Landkreis, das Thema an.